ZEITzeichen/ZEITzeugen
unter diesem mehrdeutigen Titel zeigte die Galerie des Landkreises Werke eines Rügener Künstlers. Die Ausstellung wurde anlässlich des 60. Geburtstages von Walter G. Goes eingerichtet und präsentierte vor allem seine Objekte der vergangenen 25 Jahre. Außerdem wurden „Rorschachzeichnungen“ und Reservagen gezeigt. Als Maler, Grafiker und experimentell arbeitender Schriftsteller ist Goes vielseitig und genre-übergreifend tätig. Er hat außerdem immer den Kontakt zu namhaften und vergessenen Kollegen gepflegt und sich in zahlreichen Aktionen politisch engagiert. Zu DDR-Zeiten war er der Leiter des „Künstlerischen Ausstellungszentrums der Insel Rügen“ in der Orangerie. In den Räumen, in denen er einst selber Ausstellungen kuratierte, wurde er nun in einer Überblicksschau als Künstlerpersönlichkeit vorgestellt. Auch die nächste Ausstellung wird von dem engagierten Kunstvermittler kuratiert. Er war selber aktives Mitglied der besonders für die Moderne in der DDR bedeutenden aber auch international aktiven Mail-Art Szene. Einer seiner wichtigsten Vertreter, war Robert Rehfeldt. Er besaß auch im Westen eine hohe Reputation als „kreativer Anarchist“. Wer die Schau der ironisch-subversiven Werke im Juli 2010 auf Usedom verpasst hat, der hatte in der Galerie des Landkreises Rügen nochmals Gelegenheit. Rehfeldt wurde 1931 in Stargard geboren und lebte seit 1946 in Berlin, von 1948 bis 1953 studierte er an der Hochschule der Künste in West-Berlin. Sein Atelier in Berlin war Kontaktbörse, er selber ein Multiplikator der westlichen Kunstentwicklungen. Seit Anfang der siebziger Jahre baute er sein weitreichendes Netz zur internationalen Mail Art Szene auf. „Rehfeldt war ein Zusammen-Arbeiter. Vielleicht war für ihn Warhol noch wichtiger als Beuys? Am liebsten hätte er wohl auch so eine Art Factory Lutz Wohlrab, der auch diese Ausstellung in Zusammenarbeit mit Walter G. Goes vorbereitet hat. Der gebürtige Greifswalder ist Sammler und einer der besten Kenner der internationalen Mail Art Szene. Er hat bedeutende Publikationen zum Thema herausgegeben, zuletzt „Robert Rehfeldt – Kunst im Kontakt“, 2009. Er sprach zur Eröffnung der Ausstellung am 6. November um 17 Uhr.

